Bergische Bandindustrie  

Vor 600 Jahren war das Tal der Wupper dünn besiedelt. Bodenschätze waren keine vorhanden. Es wurde Landwirtschaft betrieben.

Die Wupper war damals sauber. Einige Barmer schafften hier Bleichplätze, der Grundstein der bergischen Textilindustrie. Eine Bleicherei ist erstmals 1527 urkundlich datiert.

Die Garne wurden weiter verarbeitet. In einem Vertrag von 1549 erscheinen Begriffe wie Garnbleichen, Lintwirken, Tuchmachen und Getau (plattdeutsch für Bandstuhl). Somit kann man das Jahr 1549 als das Geburtsjahr der bergischen Bandindustrie bezeichnen.

Im 16. Jahrhundert wurde aus dem Webstuhl der Bandwebstuhl entwickelt. Zuerst wurden aus den hiesigen Rohstoffen Lein, Hanf und Flach-Leinen gewebt. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde Baumwolle und Seide eingeführt.

Die Bänder wurden außer in Deutschland auch in Holland und vor allem in Frankreich abgesetzt.

In Langenberg begann die Textilindustrie 1730. Peter Lucas Colsman gründete 1777 eine Fabrik für Seidenstoffe. 1912 gab es in Langenberg 13 Millionäre, die ihr Vermögen durch die Textilherstellung gewannen. Langenberger Seidenbänder hatten Weltruf.

Durch die Bandweberei gab es auch den Beruf des Bandstuhlschreiners.

Bandweber
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