Joseph-Marie Jacquard  


Joseph-Marie Jacquard (1752-1834) hat durch seine Erfindung der Lochkarten-Steuerung für Webstühle erheblich zur Entwicklung unserer heutigen Industrie - einschließlich des Computers - beigetragen. Herman Hollerith meldete 1884 seine Lochkarte zum Patent an, IBM ließ sich 1928 die 80-stellige Lochkarte patentieren. Und selbst eine Audio-CD speichert ihre Daten noch mittels (ganz kleiner) Löcher in einer Metallfolie.

Zum Vergleich:
Oben eine Computer-Lochkarte (80 Bytes Kapazität, bis ca. 1980 noch im Einsatz), daneben ein 2 Euro Stück zum Größenvergleich und darunter eine rote Lochkarte für unseren Jacquard-Bandstuhl. Mittels dieser Lochkarten war es nun möglich, große Datenmengen für die Maschinensteuerung zu speichern, indem man hunderte dieser Lochkarten zu einem Endlosband zusammenschnürte.



Hier sehen Sie den "Arbeitsspeicher" mit ca. 1400 Lochkarten für das Hattinger Stadtwappen.



Für jeden Schuß (des querliegenden Schußfadens) wird nun eine Lochkarte abgetastet. Trifft die Nadel auf ein Loch, wird der Kettfaden angehoben. Gleichzeitig bestimmt die Lochkarte eine von bis zu fünf Farben für den Schußfaden.



In diesem Bild ist gerade die Spule mit dem weißen Schußfaden zwischen den aufgespreizten Kettfäden unterwegs. Unser Jacquard-Bandstuhl aus dem Jahre 1902 klappert übrigens recht gemütlich im Sekundentakt. Moderne Bandstühle schaffen bis zu 4000 Schuß pro Sekunde. Bei diesem Tempo würde der Harnisch natürlich reißen, deshalb werden die Kettfäden dann mit Druckluft bewegt.



Mit der Technik des Herrn Jacquard war man schon 1839 in der Lage, automatisiert dieses Bild von Joseph-Marie Jacquard in Seide zu weben. Im Original ist das Bild etwa 50 mal 60 cm groß - und gewebt, nicht gedruckt.




Mehr dazu finden Sie auch bei wikipedia.


Der WDR2 Stichtag vom 19.04.2015 über den 19.04.1805 handelte von Jacquard und wurde zum Teil bei uns im Museum aufgezeichnet.
Den WDR2-Stichtag können Sie hier als PDF oder mp3 laden.


Bandweber
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